Arnaldur Indriðason: Kälteschlaf

11. April 2016
Lennart

arnaldur-indridason_kälteschlaf

In seinem achten Fall muss sich Kommissar Erlendur mit übersinnlichen Phänomenen auseinandersetzen, um das Motiv für den Selbstmord einer jungen Frau zu verstehen. „Kälteschlaf“ behandelt parallel mehrere Vermisstenfälle, die bereits lange Zeit zurückliegen und bisher ungeklärt blieben – genau das Richtige für den etwas verschrobenen Erlendur.

In einem Haus am See von Þingvellir wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die offensichtlich keinen anderen Ausweg sah, als sich zu erhängen. Erlendur stößt bei der Informationsbeschaffung auf Ungereimtheiten, die den Kommissar dazu veranlassen, auf eigene Faust und ohne offiziellen Ermittlungsauftrag im Umfeld der toten Mariá nachzuforschen. Es offenbart sich ein traumatisches Erlebnis, bei dem das damals junge Mädchen ihren Vater verlor. Seitdem waren Tochter und Mutter bis zu ihrem Tod nahezu unzertrennlich.

„Das Verhältnis zwischen ihrer Mutter und ihr war sehr eng, und sie hat sich schwer damit getan, ihren Tod zu akzeptieren. Leonóra war nur fünfundsechzig, sie starb im besten Alter. Krebs. Mariá hat sie bis zum Schluss gepflegt, und ich bin mir nicht sicher, ob sie sich nach ihrem Tod wirklich wieder gefangen hat.“
Arnaldur Indriðason Kälteschlaf (© Bastei Lübbe)

Die Mutter versprach Mariá auf dem Sterbebett, ihr ein Zeichen aus dem Jenseits zu schicken. Fortan wartete die Tochter auf ein solches Signal und ließ nichts unversucht, um mit der Verstorbenen Kontakt aufzunehmen. Erlendur wird die Tonaufnahme einer Séance zugespielt, im Rahmen derer Mariá mit einem Medium spricht, das Verbindung zur Mutter herstellen soll. War Mariás Sehnsucht tatsächlich so groß, dass sie den eigenen Tod in Kauf nahm, um ihre Mutter wiederzutreffen? Und gibt es für die teils merkwürdigen Ereignisse eine plausible Erklärung? Der pragmatische Kommissar taucht ein in ein spiritistisches Milieu aus übersinnlichen Sehenden, mysteriösen Erscheinungen und dem festen Glauben an ein Leben nach dem Tod.

„Vor ein paar Wochen ist sie nachts aufgewacht, und da stand Leonóra in der Tür zum Schlafzimmer; sie war sommerlich gekleidet, hatte ein Band im Haar und trug einen gelben Pulli. Sie bedeutete ihr mit einer Handbewegung, ihr zu folgen, und überschritt die Türschwelle, doch als Mariá hinter ihr herging, war sie verschwunden.“
Arnaldur Indriðason Kälteschlaf (© Bastei Lübbe)

Da es bei der Kripo Reykjavík ansonsten eher ruhig zugeht, rollt Erlendur in der Hoffnung, den Angehörigen der verschwundenen Personen Gewissheit über deren Schicksal zu verschaffen, alte Vermisstenfälle neu auf. Einmal mehr zeigt sich, wie tief sein kindliches Trauma noch immer sitzt.

Eva Lind hat ein starkes Bedürfnis, das angespannte Verhältnis zwischen ihren geschiedenen Eltern wieder zu normalisieren. Ob sich Erlendur nach mehr als zwanzig Jahren zu einem Treffen mit seiner Ex-Frau überreden lässt?

Über den Autor

Arnaldur Indriðason, 1961 geboren, graduierte 1996 in Geschichte an der University of Iceland und war Journalist sowie Filmkritiker bei Islands größter Tageszeitung Morgunbladid. Heute lebt er als freier Autor mit seiner Familie in Reykjavik und veröffentlicht mit sensationellem Erfolg seine Romane. Arnaldur Indriðasons Vater war ebenfalls Schriftsteller. 1995 begann er mit Erlendurs erstem Fall, weil er herausfinden wollte, ob er überhaupt ein Buch schreiben könnte. Seine Krimis belegen allesamt seit Jahren die oberen Ränge der Bestsellerlisten. Seine Kriminalromane „Nordermoor“ und „Todeshauch“ wurden mit dem ?Nordic Crime Novel’s Award? ausgezeichnet, darüber hinaus erhielt der meistverkaufte isländische Autor für „Todeshauch“ 2005 den begehrten „Golden Dagger Award“ sowie für „Engelsstimme“ den „Martin-Beck-Award“, für den besten ausländischen Kriminalroman in Schweden.Arnaldur Indriðason ist heute der erfolgreichste Krimiautor Islands. Seine Romane werden in einer Vielzahl von Sprachen übersetzt. Mit ihm hat Island somit einen prominenten Platz auf der europäischen Krimilandkarte eingenommen.

Quelle: © Bastei Lübbe

Buchinfos

Autor
Titel
Genre
Verlag
Übersetzung
Umfang

Autor

Arnaldur Indriðason

Titel

Kälteschlaf

Genre

Krimi

Verlag

Bastei Lübbe

Übersetzung

Coletta Bürling

Umfang

384 Seiten (Taschenbuch)

Ist Dein Interesse geweckt?

Cover: © Bastei Lübbe

No comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.