Arnaldur Indriðason: Todeshauch

12. November 2015
Lennart

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Ein durch Zufall in einer Baugrube entdecktes menschliches Skelett ist der Beginn des vierten Falls für Kommissar Erlendur und seine Kollegen. In wiederkehrenden Sequenzen gibt der isländische Krimiautor Arnaldur Indriðason seinen Lesern einen Einblick in die grausame Vergangenheit eines Schicksals, das sich in der Zeit des Zweiten Weltkriegs abspielt.

Dass es sich bei den gefundenen Knochen um die eines Menschen handelt, ist schnell klar. Damit das ungefähre Alter des Skeletts sowie Geschlecht und Todesursache ermittelt werden können, holt sich Erlendur die Unterstützung von Archäologen, die das vermeintliche Opfer unversehrt bergen sollen. Die Position des Toten wirkt, als hätte er seine Hand Hilfe suchend ausgestreckt – reiner Zufall oder lebte die Person noch, als sie begraben wurde?

„Im schlimmsten Fall kann der, der dort unten begraben liegt, am Leben gewesen sein, als er zugeschaufelt wurde, und hat vielleicht versucht, Widerstand zu leisten. Hat versucht, sich wieder auszugraben.“
Arnaldur Indriðason Todeshauch (© Bastei Lübbe)

Bei den Nachforschungen zur Identität des Toten konzentriert sich die Kripo Reykjavík auf die Häuser, die Mitte des 20. Jahrhunderts in der Nähe des Fundortes standen. Sorgfältig in Reihe gepflanzte Johannisbeersträucher stechen dem Kommissar sofort ins Auge. Es stellt sich heraus, dass sich an dieser Stelle ein Sommerhaus befand, dessen Besitzer inzwischen verstorben ist. Eine Angehörige berichtet, dass seine damalige Frau plötzlich verschwand und nie wieder auftauchte. Ist es ihr Skelett, das nun viele Jahrzehnte später aufgetaucht ist?

Ein angrenzendes Militärlager, das zunächst für britische und später für amerikanische Besatzungstruppen als Depot diente, könnte ebenfalls Aufschluss über die Hintergründe geben. Jedoch spielt die Zeit gegen Erlendurs Team, denn es gibt nur noch wenig überlebende Zeugen, an die sich die Ermittler wenden können.

„Mord ist Mord“, sagte Erlendur. „Egal, wie viel Zeit verstreicht. Falls es sich hier um einen Mord handelt, müssen wir herausfinden, was da geschehen ist, wer ermordet wurde und warum, und wer der Mörder war.“
Arnaldur Indriðason Todeshauch (© Bastei Lübbe)

Eva Lind, die drogensüchtige Tochter des Kommissars, ist erneut rückfällig geworden. Sie setzt einen telefonischen Notruf bei ihrem Vater ab, der sie schließlich bewusstlos auffindet, und dafür sorgt, dass die schwangere Eva Lind ins Krankenhaus kommt. Während seine Tochter im Koma liegt, wacht Erlendur jede freie Minute an ihrem Bett und erzählt ihr seine eigene Schicksalsgeschichte, über die er noch nie zuvor mit jemandem gesprochen hat.

Über den Autor

Arnaldur Indriðason, 1961 geboren, graduierte 1996 in Geschichte an der University of Iceland und war Journalist sowie Filmkritiker bei Islands größter Tageszeitung Morgunbladid. Heute lebt er als freier Autor mit seiner Familie in Reykjavik und veröffentlicht mit sensationellem Erfolg seine Romane. Arnaldur Indriðasons Vater war ebenfalls Schriftsteller. 1995 begann er mit Erlendurs erstem Fall, weil er herausfinden wollte, ob er überhaupt ein Buch schreiben könnte. Seine Krimis belegen allesamt seit Jahren die oberen Ränge der Bestsellerlisten. Seine Kriminalromane „Nordermoor“ und „Todeshauch“ wurden mit dem ?Nordic Crime Novel’s Award? ausgezeichnet, darüber hinaus erhielt der meistverkaufte isländische Autor für „Todeshauch“ 2005 den begehrten „Golden Dagger Award“ sowie für „Engelsstimme“ den „Martin-Beck-Award“, für den besten ausländischen Kriminalroman in Schweden.Arnaldur Indriðason ist heute der erfolgreichste Krimiautor Islands. Seine Romane werden in einer Vielzahl von Sprachen übersetzt. Mit ihm hat Island somit einen prominenten Platz auf der europäischen Krimilandkarte eingenommen.

Quelle: © Bastei Lübbe

Buchinfos

Autor
Titel
Genre
Verlag
Übersetzung
Umfang

Autor

Arnaldur Indriðason

Titel

Todeshauch

Genre

Krimi

Verlag

Bastei Lübbe

Übersetzung

Coletta Bürling

Umfang

368 Seiten (Taschenbuch)

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Cover: © Bastei Lübbe

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