Arnaldur Indriðason: Todesrosen

31. Oktober 2015
Lennart

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Mit „Todesrosen“ liefert Arnaldur Indriðason das zweite Buch, in dem Kommissar Erlendur in einem neuen Mordfall ermittelt. Der Autor nimmt seine Leser mit auf eine Reise in die isländischen Westfjorde und stellt sie vor die erneute Herausforderung unaussprechlicher Namen, wie Hrafnseyrarheiði oder Ísafjörður.

Am Anfang der Geschichte findet ein Paar während seines nächtlichen Techtelmechtels die nackte Leiche einer jungen Frau auf einem Friedhof. Als wäre dies nicht skurril genug, wurde die Tote auf dem Grab des isländischen Freiheitskämpfers Jón Sigurðsson platziert. Diese Tatsache stellt die Polizei vor zusätzliche Fragen zum Motiv des Täters.

„Es gibt keinerlei Anzeichen für einen Kampf, und von ihren Klamotten gibt’s auch keine Spur. Es hat fast den Anschein, als hätte jemand sie hier mit Absicht zur Schau gestellt.“
Arnaldur Indriðason Todesrosen (© Bastei Lübbe)

Die Spuren führen Kommissar Erlendur und Sigurður Óli in die Westfjorde Islands, aus denen das Opfer ursprünglich kommt, bevor es in Reykjavík auf die schiefe Bahn gerät und als drogenabhängige Prostituierte sein trauriges Ende findet.
Auch privat ist Erlendur in Sorge. Während er den alkoholkranken Sohn zur Entgiftung in eine Klinik einliefert, droht die Tochter des Kommissars immer tiefer in den Sümpfen aus Drogen, Prostitution und Kriminalität zu versinken. Emotional betroffen durch den Mord an der Prostituierten und voller Schuldgefühle, versucht Erlendur mit allen Mitteln, seine Tochter zur Besinnung zu bringen.

„Du bist gegangen, erinnerst du dich. Du warst kein Vater für mich, und ich weiß immer noch nicht, ob du es tatsächlich bist. Ich wüsste nicht, dass du irgendwelche Ansprüche geltend machen kannst. Ich wüsste nicht, dass ich dir jemals irgendetwas bedeutet habe. Du warst bloß irgendein Kerl, von dem Mama behauptete, er sei ein ekelhaftes Scheusal.“
Arnaldur Indriðason Todesrosen (© Bastei Lübbe)

Weil der Nationalheld Jón Sigurðsson seine Wurzeln ebenfalls in den Westfjorden hat, sieht Erlendur hier einen Zusammenhang. Er nimmt die Fährte auf und erkennt die drastischen Auswirkungen des Quotensystems auf den hiesigen Fischfang. Große Teile der Landbevölkerung flüchten in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft in die Metropole Reykjavík. Zeitgleich entstehen zahlreiche Bauprojekte, die Wohnraum für die Zugezogenen schaffen sollen – bloß ein Zufall?
Die Kripo Reykjavík stößt in ihren Ermittlungen auf Verbindungen zwischen zwielichtigen Figuren aus dem kriminellen Milieu und isländischen Wirtschaftsfunktionären. Ein anonymer Informant liefert wichtige Hinweise, scheint aber eigene Ziele zu verfolgen.

Über den Autor

Arnaldur Indriðason, 1961 geboren, graduierte 1996 in Geschichte an der University of Iceland und war Journalist sowie Filmkritiker bei Islands größter Tageszeitung Morgunbladid. Heute lebt er als freier Autor mit seiner Familie in Reykjavik und veröffentlicht mit sensationellem Erfolg seine Romane. Arnaldur Indriðasons Vater war ebenfalls Schriftsteller. 1995 begann er mit Erlendurs erstem Fall, weil er herausfinden wollte, ob er überhaupt ein Buch schreiben könnte. Seine Krimis belegen allesamt seit Jahren die oberen Ränge der Bestsellerlisten. Seine Kriminalromane „Nordermoor“ und „Todeshauch“ wurden mit dem ?Nordic Crime Novel’s Award? ausgezeichnet, darüber hinaus erhielt der meistverkaufte isländische Autor für „Todeshauch“ 2005 den begehrten „Golden Dagger Award“ sowie für „Engelsstimme“ den „Martin-Beck-Award“, für den besten ausländischen Kriminalroman in Schweden.Arnaldur Indriðason ist heute der erfolgreichste Krimiautor Islands. Seine Romane werden in einer Vielzahl von Sprachen übersetzt. Mit ihm hat Island somit einen prominenten Platz auf der europäischen Krimilandkarte eingenommen.

Quelle: © Bastei Lübbe

Buchinfos

Autor
Titel
Genre
Verlag
Übersetzung
Umfang

Autor

Arnaldur Indriðason

Titel

Todesrosen

Genre

Krimi

Verlag

Bastei Lübbe

Übersetzung

Coletta Bürling

Umfang

304 Seiten (Taschenbuch)

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Cover: © Bastei Lübbe

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